felipekaizer

Der Spiegel, 2014-06-12

Translated from Portuguese to German and edited by Katharina Graça Peters


O qué é o Brasil para você?
O qué mudou, especialmente depois dos protestos no ano passado?
O qué deveria mudar?
O qué pode mudar o campeonato mundial?
E, finalmente, como vê o futuro do seu país?

Brasilien ist mein Land, mein geografischer und biografischer Fixpunkt. Nicht mehr als das. Ich habe kein Nationalgefühl. Ich glaube nicht an das sogenannte Land der Zukunft. Weder liebe ich es, noch verlasse ich es.

Brasilien ist eine Exkolonie, die sich müht, weiter als “aufstrebend” zu gelten. Was für die Entwicklung des Landes getan wurde, war nicht ausreichend, um es in die Erste Welt zu führen. Durch die Proteste 2013 hat sich nichts grundsätzlich verändert, glaube ich. Die vorherrschenden politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Systeme sind nicht erschüttert worden. So wie es aussieht, läuft alles weiter wie bisher: Die an der Spitze verdienen, während der Rest zahlt. Allerdings haben wir einen Rahmen für Diskussionen geschaffen (so wie meine Generation das noch nie erlebt hatte). An eine echte “Revolution” reichte es nicht heran. Unsere Zukunft kann nur anders werden, wenn es einen radikalen Bruch mit den aktuellen Strukturen gibt. Und den gibt es nur, wenn wir unsere Einstellung grundsätzlich ändern.

Die Weltmeisterschaft ist mehr ein Hindernis als ein Anreiz für unsere Entwicklung. Sie wurde uns auferlegt, von oben nach unten. Sie hat bereits jetzt Ruinen geschaffen. Unter diesen Umständen hätte sogar ein Sieg einen schalen Beigeschmack. Es gibt keinen Grund zu feiern, die Stimmung vor dem Turnier ist angespannt. Dieser Wettbewerb hat nichts zu tun mit der Bevölkerung. Wir sind zu Fremden in unseren eigenen Städten geworden.